Eddi - du darfst leben

Ein Bericht über das Schicksal eines zum Tode verurteilten Hundes

 

Auf einer der vielen Fahrten im Jahr 2003, als mein Mann Wolfgang mit seiner Beifahrerin in die Hundefängeranlage Baja fuhr fanden sie dort mal wieder ein Bündel Elend.

Ein alter Hunde,  ein Rüde und noch dazu ziemlich groß. Sehen konnte er auch nicht mehr so gut und außerdem hatte er einen alten Bruch – eine Hüfte war zertrümmert. Wohin also mit dem Tier?

Ins Tierheim nach Székesfehérvár in ein Rudel mit anderen Hunden – unmöglich. Die Überlebenschance dort wäre gleich null.

Vor Ort einschläfern lassen?

Diese Frage stellt sich leider manchmal aber wir suchen immer nach einem Ausweg.

Also klingelte bei mir in Deutschland das Telefon, mein Mann schilderte mir die Lage und bat mich doch einen Platz für den Hund zu finden. Die Zeit dafür war knapp, da sich mein Mann auf der Rückfahrt von der Hundefängeranlage Baja ins Tierheim nach Székefehérvár befand. Hier sollte sich das Schicksal des Rüden entscheiden!

Entweder wird er eingeschläfert oder er konnte mit nach Deutschland kommen.

Da Wochenende war hatte ich mit meinen ersten Telefonversuchen wenig Glück. Auch von Ungarn aus wurde nach telefoniert um einen Platz zu finden. Alles Ergebnislos

Bis ich in meiner Verzeifelung im Tierheim Köln-Zollstock anrief und dort mit Frau Bogdanski sprach. Das Tierheim Köln-Zollstock hatte sich dankenswerterweise im Vorfeld schon bereit erklärt mehrere Hunde aus dieser Rettungsaktion zu übernehmen. Aber jetzt noch ein todkrankes, altes Tier mehr????

Ich schilderte Frau Bogdanski die Situation und dachte sie würde noch Fragen zu dem Tier stellen.

Und richtig die Frage lautete: „Wie heißt er denn, damit ich ihn eintragen kann?“

Ich hatte wirklich mit allem gerechnet aber nicht damit. Ich erklärte der Hund hätte noch keinen Namen und fragte noch mal nach ob wir ihn wirklich mitbringen dürften. Die Antwort lautete:

„Aber natürlich er hat doch sonst keine Chance.“

Ich bedankte mich herzlich und rief sofort meinen Mann in Ungarn an um ihm den Platz für den Hund zu bestätigen. Die Freude bei meinem Mann und seiner Beifahrerin war so groß das diese rief:

“Hurra -  Eddi hast du gehört du darfst weiter leben.“

Eddi kam dann nach Köln-Zollstock und wurde dort erfolgreich an seinem Beckenbruch operiert. Die Augen waren „nur“ entzündet. Später sagte man uns noch das Eddi durchs Tierheim gelaufen ist und sich alles ganz genau angesehen hat.

Heute ist er glücklich vermittelt und hat ein schönes Zuhause gefunden.

 

Köln-Zollstock hat davor und danach immer wieder solche hoffnungslosen Tiere übernommen und operiert, Kosten die wir als Interessengemeinschaft Grenzenlos nie hätten aufbringen können, und so diesen Tieren eine neues Leben geschenkt.

Vielen Dank

Barbara Stephanow