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Das Tierheim

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Reisetelegramm Aufbauaktion April 2005



Der Traum ist wahr geworden

Kein Hund wird mehr an der Kette liegen und die Katzen von Szekesfehervar werden die Sonne wieder sehen !!!


Hier an dieser Stelle alle wichtigen Infos zur Aktion "Katzenhaus und Fertigstellung des Zwingers" - in Form eines Reisetelegramms
Vom 20. bis zum 25. April 2005 reisten Wolfgang Stephanow, Andreas Wichtmann, Jürgen Wende, Raphael Kramp und ich erneut nach Ungarn. 2.500 Kilometer wurden in zwei Autos zurückgelegt.Unser Ziel: Der Aufbau des bereits im Dezember 2004 angelieferten Blockhauses für die Katzen. Im Jahr 2003 war das ursprüngliche Katzenhaus des Tierheims in Székesfehérvár eingestürzt. Zur Zeit lebten 60 Katzen auf dem Dachboden ohne Tageslicht und ohne Heizung. Zwischenzeitlich war es notwendig geworden die dortige marode Elektroinstallation zumindest provisorisch zu reparieren.
Nun konnte endlich das durch eine Spende von Frau Töpfer (Tierheim Bonn) finanzierte Blockhaus mit der Hausgröße 5 x 5 Meter aufgebaut werden. Es ist jetzt fertig bis auf die Innenaufteilung, welche in den nächsten Tagen durch die Ungarischen Tierheimmitarbeiter vorgenommen wird. Die Dacheindeckung mit Teerpappe muss noch mit Schindeln gedeckt werden, aber es ist kein Geld mehr da. Die Transportkosten des 3.5 Tonnen Hauses und der Aufbau wurde, ebenso wie sämtliche anfallenden Nebenkosten z.B. die Bodenplatte (ca. 1300 Euro) und Schrauben, Nägel, Fußboden (ca. 700 Euro) von der IG Grenzenlos übernommen.
Ein für uns alle besonders bewegender Moment war die endgültige Fertigstellung des Zwingers mit 12 Boxen - alle Zwinger sind fertig. Fast alle sind besetzt.
Dieses Bauvorhaben konnte jetzt nach fast 5 Monaten schlüsselfertig abgeschlossen werden.
Schon wenige Minuten nach der letzten Schraube haben die Tierheimmitarbeiter ALLE Hunde von der Kette gemacht und ins trockene neue Heim gebracht - es war ein unvergesslicher Anblick! Alle Halterungen der Ketten wurden von den ungarischen Tierheimmitarbeitern endgültig aus dem Boden entfernt. Nur noch in wirklichen Notfällen soll hier noch ein Hund vorübergehend an die Kette (z.B. wenn alle Zwinger besetzt sind - das passiert wenn entsprechend viele Hunde aus der Hundefängerstation Baja befreit werden müssen und im Tierheim versorgt werden müssen.)
Verbaut wurden insgesamt ca. 7 Tonnen Stahlmaterial und unendlich viele Schrauben. Die ca. 30 Meter lange Zwingeranlage steht auf einer Betonplatte mit eigener vorgeschriebenen unterirdischen Abwassersammelanlage. Der Hauptaufbau ist aus Holz, eingedeckt mit Schindeln, Regenwasserentsorgung, Futtersystem in jeder Box, Sichtschutz in jeder Box, Hundehütte in jeder Box.
Auch dieses Gebäude konnte ebenso wie das Holzhaus am Samstag offiziell nutzungsfertig übergeben. Die Versorgung mit Essen der freiwilligen ehrenamtlichen Mitarbeiter der IG. Grenzenlos erfolgte hervorragend durch das ungarische Tierheim.
Während der Aufbauzeit war das ungarische Fernsehen zweimal da und hat über das Tierheim und die Aufbauaktion berichtet.
Es tut sich endlich was im Ungarn ! Rettung der bedürftigsten Tiere: Natürlich sind wir nicht mit leeren Autos (es waren insgesamt 3 klimatisierte Transportfahrzeuge -2 Transporter, 1PKW - mit 6 Begleitpersonen im Einsatz) zurückgefahren. An 2 Wochenenden kamen 37 Hunde mit nach Deutschland (natürlich waren alle Tiere kurz zuvor nochmals vom Tierarzt untersucht und für transportfähig erklärt worden). Die Hunde kamen nach vorheriger Anmeldung und Zusage in deutsche Tierheime Olpe,Köln, Bonn und Eifelhof. Zwei Hunde werden morgen kostenlos in Köln operiert (Bisswunden / Knochenbruch). Am vergangenen Wochenende wurden 19 Hunde aus der Hundefängeranlage befreit und in die Quarantäne des Tierheims Szekesfehervar verbracht. Traurig: Wir mussten wieder ansehen wie Hunde starben - allein 3 in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Hunde, die wir am Abend vorher noch gestreichelt hatten. Ich habe noch mindestens 4 weitere Todeskandidaten gezählt, weil vor Ort aus finanziellen Gründen keine medizinische Hilfe möglich ist.
Auch für harte Männer war das tränentreibend!
Viele alte Hunde, viele Rüden,denn die will keiner, auch nicht in Deutschland, Welpen jede Menge - aber viele davon krank. Ausgehungerte und durchfallkranke Hunde überall. Sehr viele mit Husten und Eiternasen - wahrscheinlich durch die nasse Zeit und zudem war in den Nächten Frost.
Heimleitung und Team haben sich sichtlich gefreut über unsere Hilfe. Die Futterversorgung ist zur Zeit ausnahmsweise mal gut. Dank Ihrer Hilfe! Was steht für die Zukunft an? Ganz wichtig: Ein Auto - das alte ist komplett kaputt. Gebraucht wird kleiner Transporter z.B. VW Caddy, Renault Belingo o.ä, der ruhig auch was älter sein kann.
Heizung: Nachtspeicher 4 Stück - zur Zeit gibt es keine Heizung weil das Stromnetz überlastet ist.
Neue Stromversorgung Kostenpunkt rd. 3800 Euro (wurde zwar letzten Monat für 700 Euro provisorisch geflickt aber das reicht nicht für die Versorgung der Nachtspeichergeräte).
Wir suchen DRINGEND einen Elektriker der sich der Sache annimmt !!!!!!
Ein Kastrationsraum soll in den jeztigen Aufenthaltsraum des Personals im Tierheimgebäude gebaut werden.
Das Personal soll ein Holzhaus (mit Sanitäreinrichtung) bekommen Kostenpunkt rd. 3000 Euro
Zu dem Zwinger muss noch ein Weg gepflastert werden. Im Moment reicht der Matsch bis an Knöchel - vielleicht findet sich ja ein Pflasterer / Firma die uns bei der Problemlösung hilft. Ohne Weg wird niemand zu dem Zwinger gehen und die Hunde werden nicht beachtet, also auch nicht vermittelt. Fazit Eine gut gelungene, erfolgreiche Aktion, wir haben unser Ziel erreicht und neue Ziele geplant, aber wir konnten leider nicht alle Hunde und Katzen retten.
Unsere nächste Aktion in Ungarn wird voraussichtlich am 16. Mai stattfinden.
Andreas Stellbrink