Tierrettungsaktion 24. bis 26.3.06
Kurz geplant und schnell in die Tat umgesetzt. Beinahe schon unser Markenzeichen. Uns erreichte die Mitteilung, dass die von uns betreute Hundefängeranlage in Baja, bis auf den letzten Platz belegt sei. Also mussten wir schnell handeln und die Hunde abholen.
Gleichzeitig hatten wir uns vorgenommen ein Tierheim in Szeged zu besuchen und uns ein Bild von der herrschenden Situation zu machen. So fuhren Wolfgang und ich in der Nacht des 24.3.06 wieder nach Ungarn.
Kettenhunde auf dem Land
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Das Wetter war gut und die Autobahn schön frei. Freitag um 9.00 Uhr kamen wir in Szekesfehervar an. Natürlich hatten wir wieder Futter, Medikamente und Hilfsgüter geladen. Der Nissan Bus war bis unter das Dach voll. Gemeinsam mit den Tierheimmitarbeitern entluden wir den Wagen, um uns sofort wieder auf den Weg zu machen. Wir hatten für 15.00 einen Termin mit der Vorsitzenden des TSV Szeged gemacht.
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Die Fahrt nach Szeged ging über das Land. Wir fuhren durch unzählige kleine, zum Teil armselige Dörfer. Hierher kommen normalerweise keine Balathontouristen. Man braucht nicht lange suche,n und man sieht überall die armen Kettenhunde.
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Dies ist einfach nur grauenhaft. Luxus bedeutet: Ich habe eine Behausung z.B. ein altes Abwasserrohr.
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Es stellt sich die Frage: Was sollen die Hunde bewachen??? In diesem Haus wohnt schon lange keiner mehr. Es fällt bereits zusammen. Dennoch halten 2 Hunde an viel zu kurzen Ketten wache. Wenigstens ist Wasser für sie bereitgestellt. Hilflos sind sie ihrem Schicksal ausgeliefert.
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Etwas weiter sehen wir einen Hund mitten im Maisfeld angekettet. Er kann sich, vielleicht 5 Meter im Kreis bewegen ,und das wars dann !!! An sich ran lässt es uns nicht. Vielleicht hätten wir ... Und gerne hätten wir... Weit und breit ist nichts das sich zu bewachen lohnen würde. Auch den alten, aus dem Vorjahr stehengebliebenen Mais, kann er nur auf 5 Meter vor Diebstahl schützen. Menschen sehen wir hier nirgends. Wer mag ihn wohl "versorgen". Wann war der Besitzer mal hier? Wir werden es nicht erfahren.
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Besuch im Tierheim Szeged
Um 13.30 kommen wir nach der anstrengenden Überlandfahrt in der Stadt Szeged an. Vorab hatten wir ein Hotelzimmer gebucht, und nachdem wir eingecheckt hatten, nahmen wir Kontakt mit der Vorsitzenden des Tierheims auf. Sie holte uns am Hotel ab, da sie der Meinung war das wir das Tierheim nicht finden würden. Das hätte sich auch als richtig herausstellen können. Das Tierheim ist wirklich gut "versteckt".
Ganz toll fanden wir, dass man eigens für unseren Besuch eine junge Dolmetscherin (ehrenamtliche Mitarbeiterin des Vereins) bestellt hatte. Die junge Frau sprach perfekt Deutsch, und übersetzte hervorragend. So konnten wir uns gut mit den Tierschützern verständigen.
Im Tierheim Szeged angekommen.
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Sehr freundlich wurden wir von den Verantwortlichen und den Mitarbeitern des Tierheims begrüßt. Nach dem obligatorischem "Smalltalk" betraten wir das große Tierheimgelände.
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Sofort fiel uns das sehr ordentliche Gelände ins Auge. Die ersten Zwinger im Eingangsbereich waren zwar spartanisch, aber sehr sauber. Rund um die Zwinger hatte man weißes Pulver (Löschkalk?) gestreut. Was es genau war konnten wir trotz der guten Übersetzung nicht in Erfahrung bringen.
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Weit entfernt von der eigentlichen Tierheimanlage hat man Quarantänezwinger aufgestellt. Hier sahen wir erwartungsgemäß viele Hunde von groß bis klein. Sicher diese Quarantäne verdient ihren Namen eigentlich nicht. Es ist ein "Provissorium". Aber, die Tierschützer sind sich der Notwendigkeit bewusst und versuchen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die Situation zu meistern. Die Hunde sahen insgesamt gut und gesund aus. Das in den Zwingern stehende Futter war einfach aber reichlich. (Später konnten wir sehen, dass man in Szeged selbst für die Hunde kocht).
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Nach der Besichtigung der Quarantänezinger gehen wir in Richtung Tierheim. Auf dem riesigen Vorplatz müssen wir leider Kettenhunde sehen. Natürlich haben wir diese Haltung kritisiert (müsen wir ja auch), aber der Verein hat keine finanzielle Möglichkeit für die Schaffung anderer Pflegeplätze. Besonders fiel uns ein Hund namens Benny auf. Er war offensichtlich blind. Er lag an der Kette, weil er im Rudel keine Chance hatte. Ein lieber, sehr menschenbezogener Hund der wegen seiner Gebrechen angekettet werden muss. Wir verspachen Benny zu helfen, und werden ihn nach Deutschland bringen. Die Ausreise ist für Juni 06 geplant.
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Weiter geht es zu den Hundehäusern. Auch hier das gleiche Bild wie in vielen ungarischen Tierheimen. Jede Menge Hunde in viel zu kleinen Zwingern. Große und kleine Hunde, bunt gemischt, versuchen lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Wir reden über die aktuelle Situation und über den Hundefänger. Wir sprechen über die Vermittlungschancen der Tiere. Alle Fragen werden uns beantwortet, und gleichen im wesentlichen den Aussagen anderer Tierheime. Sie Situation ist fast nicht mehr zu übersehen. Immer mehr Tiere landen hier im Tierheim. Mit einfachen, provisorischen Mitteln versucht man Platz zu schaffen, und vor allem zu erhalten. Man bestätigt uns, dass auch hier Beißereien zur Tagesordnung gehören. Wem will man es verübeln??? Die qualvolle Enge in den Zwingern wird ab und zu gelindert, indem man zwingerweise die Hunde in ein etwa tennisplatzgroßes Auslaufgehege lässt. Heute, als wir hier sind, haben wir schönes Wetter. Warum ich das erwähne? Ganz einfach - auf dem Auslaufplatz wächst kein Grashalm. Nackter lehmiger Boden, kein grüner Fleck. Wie sieht es hier wohl bei Regenwetter aus ??? Das kann sich sicher jeder denken.
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Im weitern Verlauf unserer Besichtigung werden uns die Räumlichkeiten gezeigt. Sie sind für deutsche Verhältnisse spartanisch, aber alle Räume sind sauber und man kann sehen das man sie pflegt. Die Futterküche, es ist wirklich eine Küche, weil man hier für die Hunde kocht ist allerdings als solche kaum zu erkennen. Lediglich ein uralter Holzofen lässt erahnen das hier gekocht wird. Hier wird aus der Not Tugend. Irgendwo muss man ja das Futter für teilweise 200 Tiere verarbeiten.
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Nach gut 2 Stunden ist unsere Besichtigung abgeschlossen. Im Büro der Tierheimleiterin ziehen wir Resümee. Wir haben den sehr netten Vorstand der ungarischen Tierschützer kennengelernt. Die Mitarbeiter des Tieheims waren allesamt sehr aufgeschlossen und zuvorkommend. Man hat unsere Fragen, auch zu kritischen Themen offen beantwortet. Die untergebrachten Tiere machten einen, für ungarische Verhältnisse, guten Eindruck. Sie waren gut ernährt, und wir konnten keine offensichtliche Krankheit (außer den üblichen) erkennen. Ebenfalls bekamen wir einen kleinen Einblick auf die Tierschutzarbeit ausserhalb des Tierheims. Uns wurde das erfolgreich durchgeführte Kastrationsprogamm vorgestellt. Die Tierschützer von Szeged leisten gute Arbeit mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln. Sobald es unsere Mittel zulassen, werden wir versuchen dieses Tierheim ebenfalls zu unterstützen. Falls es eben möglich ist, werden wir das Tierheim im Juni wieder besuchen, und u.a. natürlich bei Benny, dem blinden Kettenhund, ein gegebenes Versprechen einlösen.
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Hundefängeranlage in Baja
Gegen 18.00 fahren wir zurück zum Hotel. Seit 36 Stunden sind wir nun auf den Beinen. Mal abgesehen von einigen Nickerchen während der langen Fahrt haben wir nicht seit dem nicht geschlafen. Daher machen wir uns schnell frisch, Essen noch etwas und gehen zu Bett.
Morgen früh um 7.oo geht es wieder weiter. Auf dem Plan steht der Besuch der Hundefängeranlage in Baja. Von hier aus ist es nicht so sehr weit. Wir rechnen mit 1,5 bis 2 Stunden Fahrt.
Der Bericht über unsere Tierretungsaktion in Baja folgt in Kürze.