Bau einer Zwingeranlage
In Ungarn ist die Kettenhaltung immer noch üblich.
Glück im Unglück ???
Ein Schappschuss eines Privatgrundstücks. Der Wachhund hat wenigstens ein Abwasserrohr um sich vor der Witterung zu shützen. Das ist schon etwas "Luxus". Viele Wachhunde haben noch nicht mal das !!!
Die Haltungsbedingungen sind in weiten Teilen Ungarns immer noch untragbar. So werden die Hunde oftmals noch an der Kette gehalten. Sie fristen ihr Leben unter schlimmen Bedingungen. Oft mussten wir Hunde behandeln lassen, weil ihnen die Drahtschlinge, die als Halsband dienen sollte, im Hals eingewachen waren. Die Hunde wurden nachweislich im Welpenalter an die Kette gelegt, und dabei wurde der Stahldraht um den Hals gelegt. Die Hund e wachsen, die Drahtschlinge aber nicht. Bilder dieser Tierquälerei möchten wir hier nicht zeigen. Auch die Kette an sich ist vielfach so kurz, dass der Hund gerade mal aus seiner Hütte kommt, sofern er über eine solche verfügen kann. Wenn man über das Land fährt, sieht man sehr häufig Hunde, die ohne jeden Wetterschutz angepflockt sind. Wenn sie Glück haben, leben sie wenigstens in einer Tonne, einem Rohr oder können sich in einem Bretterhaufen vor der Witterung verkriechen. So vegetieren sie dann vor sich hin und bewachen - tja was bewachen sie eigentlich- Tag für Tag. Manchmal können sie dieser Situation entkommen, auf welchem Weg auch immer, und landen dann im Tierheim (falls sie nicht vom Hundefänger direkt getötet werden).
In den Tierheimen droht dem treuen Wachhund ein ähnliches Schicksal. Da die Wachhunde nie gelernt haben nit anderen Hunden zusammenzuleben, sind sie für die, in fast allen Tierheimen üblichen Rudelhaltung, nicht geeignet. Sie müssen gesondert gehalten werden. Und hier bleibt wieder nichts anderes übrig als die Kette.
Wir wollten es nicht hinnehmen und den Kettenhunden dieses Schicksal ersparen.
| Bilder einer Überlandfahrt in Ungarn | ||
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Auch im Tierheim gab es Kettenhunde
Kein schöner Platz zum Leben
Vielen Hunden drohte in Tierheim das gleiche Schicksal wie bei den vorherigen Besitzern. Sie mussten wieder an die Kette.
Auch das Tierheim in Szekesfehervar machte in Sachen Kettenhunde keine Ausnahme. Auf dem weiträumigen Gelände gab es keinen Platz für unsozialisierte Hunde. Rudelhaltung kam logischerweise nicht in Betracht. Die Hunde hätten sich gegenseitig totgebissen. Also musste jeder Hund seperat gehalten werden. Das war dann zwangsläufig die Kettenhaltung. Die Hunde hatten zwar eine Hütte, standen aber bis zu den Knöcheln im Schlamm. Sie hatten zwar ca. 5 Meter lange Ketten(das ist wesentlich mehr als sonst üblich), aber im laufe der Zeit, bildete sich exakt in diesem Radius eine tiefe Rinne durch das ständige im Kreis laufen. Schon beim kleinsten Regenschauer füllte sich die Rinne mit Wasser und die Hunde wateten im Wasser. Das Fell wurde nie richtig trocken, und die Hunde wurden sehr schnell krank. Diese Situation eskalierte besonders im Winter, wenn es zur Nässe auch noch kalt wurde. Wir haben Hunde am Boden festgefroren gesehen. Im Sommer gab es kaum Schatten auf dem Kettenhundeplatz. Die Hunde waren der Sonne fast schutzlos ausgeliefert.
ehem.Kettenhunde im Tierheim
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Der Kettenhundeplatz muss verschwinden
Also planten wir eine Alternative. Platz gab es genug auf dem Tierheimgelände. Schnell kristallisierte sich eine Zwingeranlage mit Einzelboxen heraus. Sie sollte mindestens 10 Kettenhunde ein sauberes, windgeschützes Plätzchen bieten. In jder Box sollte eine gute Hundehütte stehen.
Das war unser Ziel, und 2004 begannen die Planungen. Pläne sind schnell gemacht, aber es muss auch bezahlbar sein. Dank unserer Spender konnten wir die Pläne dann endlich im November in die Tat umsetzen. Wir bauten eine über 30 Meter große Anlage mit Platz für 12 Kettenhunde. Alle Einzelboxen wurden wie geplant mit einer Hütte versehen. Eigens für die Anlage wurde eine unterirdische Fäkalienentsorgung gebaut. (Hier lässt die EU grüßen).
Aufbau der neuen Zwingeranlage
Der Winter verordnet Zwangspause
April 2005 Endspurt
Nach der Winterzwangspause sind wir mit 5 Helfern wieder im Einsatz. Jetzt soll die Anlage fertig werden. Tonnenweise Stahltüren haben wir mitgebracht.
Im Frühjahr 2005 montierten wir die Stahlteile und Türen, und noch am gleichen Abend zogen alle Kettenhunde in ihr neues Heim.
Dies war ein unbeschreiblich schöner Moment für alle am Bau Beteiligten. Besonders toll war der Moment, als die Tierheimmitarbeiter die Eisenpflöcke mit den Ketten aus der Erde rissen und sie in den Müll warfen. In diesem Moment hatten doch einige etwas "Pippi'" in den Augen.
Die Hunde nahmen das neue Gebäude sofort an, und werden im Tierheim Szekesfehervar nie wieder an der Kette liegen müssen.
Die Anlage wird im April 2005 fertiggestellt.
Und so sieht der Kettenhundeplatz heute aus !!!
Der Lohn unserer Arbeit !!!
Wir haben unser Ziel erreicht, im Tierheim Szekesfehervar gibt es keine Kettenhunde mehr. Der ehemalige Kettenplatz steht nun neuen Projekten zur Verfügung. Was hier demnächst entehen soll? Lassen Sie sich überraschen. Uns fällt bestimmt was ein !!!
Details zu dem Projekt:
- Planung: Wolfgang Stephanow
- Bodenplatte ca. 35 x 6 Meter Beton
- Fäkalienentsorgung unterirdisch in Tankanlage
- Aufbau in imprägnierter Holzkonstruktion.
- Vergitterung in verzinkter Stahlausführung ca 7 Tonnen
- Dacheindeckung mit Schindeln
- Regenwasserentsorgung
- Anbindung mittels gepflastertem Weg an das Gelände.
- Wasser und Stromversorgung
- Jede der 12 Boxen verfügt über 1 Hütte
- Jede der 12 Boxen verfügt über ein Fütter / Tränksystem.
- Aufbau durch die ehrenamtlichen Helfer der I. G. Grenzenlos
Gesamtkosten: über 30 000 Euro


















































